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„Olympia ist mein Kindheitstraum“

Als 16-Jährige gewann Janine Kohlmann 2007 in Berlin ihre ersten WM-Medaillen. Seitdem gehört die gebürtige Neusserin, die für den OSC Potsdam startet, fest zur nationalen Spitze. Nach zuletzt vielen Verletzungen möchte sie sich in diesem Jahr ihren Olympiatraum erfüllen. Wie ihre Saisonvorbereitung verlaufen ist und wie sie ihre Chancen auf eine Olympiateilnahme einschätzt, erfahrt ihr im DVMF-Interview.

Janine, mit deinem Sieg zum Ende der vergangenen Saison bei den Polish Open konntest du ein erstes Ausrufezeichen in Richtung Tokio setzen und wichtige Punkte für die Qualifikationsliste (Olympic Pentathlon World Ranking list) sammeln. Das war sicher gut für das Gemüt, nach einer etwas durchwachsenen, von Verletzungen geprägten Saison 2019?

Janine: Einen Wettkampf zu gewinnen ist immer ein super Gefühl, mit einem Sieg eine Saison zu beenden erst recht. Dass es dann noch ein Wettkampf war, der für die Olympiarangliste zählt, war natürlich klasse.

Wie weit oben rangiert der Sieg in deiner langen, erfolgreichen Karriere?

Janine: Er hat mir Sicherheit gegeben, dass ich an einem guten Tag immer vorne mitmischen kann. In meiner Karriere gab es bis jetzt viele tolle Momente, aber ich glaube der schönste war bis jetzt meine erste WM 2007 bei den Frauen…

… wo du als 16-Jährige vor heimischem Publikum in Berlin direkt zwei Medaillen gewinnen konntest.

Janine: Genau! Im Team und in der Staffel holten wir Silber und Bronze. Das hat mir einen Riesenschub für meine Karriere gegeben.

Fühlst du dich fit für die neue Saison?

Janine: Die Vorbereitung auf die Saison verlief für mich sehr gut. Wir hatten sehr intensive Trainingslager in Colorado (USA) und in Stellenbosch (Südafrika), in denen wir vor allem organisch viel gearbeitet haben. Ich bin optimistisch für die anstehenden Wochen. Jetzt muss ich nur noch das im Wettkampf umsetzen, was ich mir im Training erarbeitet habe.

Mit dem Peridot International, dem Hallenwettkampf in Budapest, ist die Olympiasaison 2020 bereits Ende Januar gestartet. Leider lief es beim Reiten nicht rund, sodass du keine Chance auf ein vorderes Resultat hattest. Was nimmst du dennoch als wichtigste Erkenntnis aus diesem Wettbewerb mit?

Janine: Im Nachhinein bin ich dankbar für das was da passiert ist! Aus schwierigen Situationen lernt man am meisten und es hat mir noch einmal die Augen geöffnet. Jetzt kann es losgehen!

Ein kleiner Ausrutscher also. Du giltst ja auch als eine der besten Reiterinnen im Feld. Macht dir diese Disziplin am meisten Spaß?

Janine: Ich trainiere an sich jede Disziplin gerne! Am meisten freue ich mich aber tatsächlich immer aufs Reiten und aufs Fechten.

Anfang August geht es in Tokio um die olympischen Medaillen. Für viele Sportler ist eine Teilnahme am größten Sportereignis der Welt ihr großes Ziel. Auch für dich?

Janine: Ja definitiv! Für mich war Olympia schon immer ein Kindheitstraum, seitdem ich als Kind mit Sport angefangen habe.

Aus deutscher Sicht haben Annika Schleu und Patrick Dogue bereits zwei Quotenplätze für Tokio geholt. Du liegst aktuell mit 77 Punkten auf Rang neun der Olympia-Qualirangliste. Wie schätzt du deine Chancen ein, dass es dieses Jahr für Olympia reichen könnte?

Janine: Die wichtigen Wettkämpfe kommen ja jetzt erst. Ich bin gut drauf und werde alles geben. Wir werden sehen, was dann am Ende dabei herauskommt.

Mit welchem Ziel trittst du die Reise nach Kairo zum ersten Weltcup der Saison an?

Janine: Mein Ziel ist es, alles zu geben und möglichst in jeder Disziplin meine Bestleistungen abrufen zu können. Wenn das gelingt, kann eine Top-Platzierung dabei herauskommen.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die Olympiasaison 2020.

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Auf der Interview-Serie des DVMF erschienen bereits Beiträge mit Rebecca Langrehr, Annika Schleu, Pele Uibel, Alexandra Bettinelli, Matthias Sandten und Marvin Dogue.