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„Langsam gewinne ich an mentaler Stärke“

Plötzlich Weltmeisterin: Die Goldmedaille in der Mixed-Staffel katapultierte Rebecca Langrehr letztes Jahr mit einem Schlag ins Rampenlicht. Vor wenigen Wochen ist die Berlinerin in Kairo mit einem 14. Rang erfolgreich in ihre erste Weltcup-Saison gestartet. Wie die Noch-Juniorin den Sprung in die internationale Spitze schaffen will, verrät sie uns im Interview.

Ungeplanter Weltcup-Einstieg in Kairo und direkt mit Rang 14 dein bisher bestes Karriereresultat eingefahren – wie war der Wettkampf und was bedeutet das Ergebnis für dich?

Rebecca: Es lief gut, war aber auch eine Herausforderung. Ich bin kurzfristig für Alexandra Bettinelli nachgerückt und konnte mich nicht hundertprozentig auf den Wettkampf vorbereiten. Ohne Druck an solch einen Wettkampf heranzugehen, war für mich eine neue, aber gute Erfahrung. Diese große Chance konnte ich nutzen und den Start genießen – auch weil ich das positive Gefühl aus dem Training nach Kairo mitnehmen konnte.

War das für dich auch eine Bestätigung, dass du nach dem sensationellen Weltmeistertitel letztes Jahr in der Mixed-Staffel immer mehr bei den „Großen“ ankommst?

Rebecca: Der 14. Platz ist für mich ein großer Erfolg, den ich mir so nicht erträumt hätte. Ich hatte oft das Gefühl, bei den Frauen noch nicht mithalten zu können. Aber langsam gewinne ich an mentaler Stärke und diese Erfahrung gibt mir Selbstvertrauen. Erfolge sind die beste Motivation, an sich zu glauben und weiter Vollgas zu geben.

Du bist jetzt im letzten Junioren-Jahr, hast vor wenigen Tagen erst deinen 21. Geburtstag gefeiert. Bist du manchmal selbst erstaunt, wie schnell das geht?

Rebecca: Ja, ich wundere mich fast jeden Tag, wie die Zeit rennt. Natürlich will ich in meinem letzten Junioren-Jahr noch mal zeigen, was ich draufhabe. Zum Abschied eine Medaille bei EM oder WM wäre toll – egal ob im Einzel, in der Staffel oder im Team. Danach geht es dann hoffentlich richtig los bei den Frauen.

Wo siehst du bei dir noch Entwicklungspotenzial?

Rebecca: Eigentlich noch in jeder einzelnen Disziplin, aber auch in meiner persönlichen Entwicklung. Da sind überall Reserven, die ich noch nicht ausgeschöpft und optimiert habe. Aber ich stehe ja auch noch am Anfang meiner Karriere.

Für dich geht es jetzt in Sofia direkt weiter. Was erwartest du vom bevorstehenden Weltcup – und für den Rest der Saison?

Rebecca: Für Sofia nehme ich mir wie in Kairo vor, mit nicht allzu großem Druck in den Wettkampf zu gehen. Mein Ziel ist das Finale und dann geht es um die bestmögliche Platzierung. Ansonsten möchte ich jede Chance nutzen, die mir geboten wird. Großartig wäre natürlich, im Frauen-Team bei der EM und WM zu stehen und so die Chance zu bekommen, mich für Olympia nächstes Jahr zu qualifizieren.

Ist Tokio 2020 schon ein realistisches Ziel für dich? Vor kurzem ist der 500-Tage Countdown gestartet…

Rebecca: Ich werde mein Bestes geben, habe aber vor allem 2024 und 2028 im Hinterkopf. Es ist schon immer mein Traum gewesen, bei den Olympischen Spielen zu starten. Aber auch da spüre ich noch keinen Druck.

Du gibst über Instagram und Facebook Einblicke in dein Leben als Athletin. Welche Rolle spielen die Social Media für dich?

Rebecca: Die Social Media sind ein guter Ort, um zu zeigen, wie vielfältig und großartig unser Sport sein kann. Ich will damit Menschen für den Modernen Fünfkampf begeistern. Mir macht es Spaß, der Welt zu zeigen, dass dieser Sport mein Leben ist. Außerdem kann man meinen Weg, wie ich meine Träume verwirkliche, mit allen „Ups and Downs“ verfolgen. Genau das inspiriert mich auch bei anderen Sportlern.

Zum Abschluss: Wie verbringst du die letzten 24 Stunden vor einem Wettkampf? Hast du bestimmte Rituale?

Rebecca: Meist gehe ich eine Runde laufen oder schaue nach Möglichkeit noch mal bei der Physio vorbei. Ausschlafen und in Ruhe frühstücken ist mir wichtig, denn das kommt im Sportlerinnen-Alltag zu kurz. Ein richtiges Ritual habe ich sonst nicht: Manchmal Kaffee trinken, bei einer Serie entspannen, lesen oder telefonieren. Zum Schluss spreche ich mit meinen Trainern alles durch und hole mir so ein gutes Gefühl für den nächsten Tag. Achja: Gutes Essen darf niemals fehlen (lacht)!

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg beim Weltcup in Sofia und deinen persönlichen Zielen.

Das Interview führte Resi Rathmann. Zuletzt erschienen bereits Interviews mit Annika Schleu, Pele Uibel, Alexandra Bettinelli, Matthias Sandten und Marvin Dogue.

Foto: Rebecca Langrehr mit Fabian Liebig nach dem WM-Gold 2018 in der Mixed-Staffel (© UIPM Nuno Gonçalves Photography)