• DVMF-Newsletter

    Mit der Übermittlung der Daten erkennen Sie unsere Datenschutzhinweise an.

+49 (0)6151 - 99 77 43

Schleu mit ersehnter WM-Einzelmedaille – Frauen-Team holt Bronze

Lange hat sie darauf hingearbeitet, heute wurde der Traum vom Edelmetall im Einzel wahr: Annika Schleu hat sich bei den Weltmeisterschaften in Mexico City die Silbermedaille gesichert. Dank der starken Ergebnisse von Janine Kohlmann (7.) und Anna Matthes (18.) gewannen die Frauen zudem Bronze in der Teamwertung. Die vierte deutsche Finalistin Ronja Steinborn belegte Rang 30.

Olympiavierte, WM-Fünfte, zweimal EM-Sechste – schon mehrfach hatte Annika Schleu bei Großereignissen am Edelmetall geschnuppert. Heute gelang der Berlinerin der ersehnte Sprung aufs Podest. Die Silbermedaille war der Lohn für einen hervorragenden Wettkampf. Die 28-Jährige vom TSV Spandau musste sich nur Anastasiya Prokopenko (Weißrussland) geschlagen geben. Dritte wurde Europameisterin Marie Oteiza (Frankreich).

Hinter Schleu sorgten Janine Kohlmann und Anna Matthes für ein großartiges Mannschaftsergebnis. Kohlmann erreichte als Siebte das beste WM-Resultat ihrer Karriere. Die 20-jährige Debütantin Matthes belegte auf Anhieb einen tollen 18. Rang. In der Teamwertung bedeutete dies die Bronzemedaille, hauchdünn hinter Ungarn und Frankreich. Auch nach dem Rücktritt von Ausnahmeathletin Lena Schöneborn bleiben die deutschen Modernen Fünfkämpferinnen damit weiter in der Erfolgsspur.

Die Basis für den Erfolg legten die Frauen bei der Platzierungsrunde im Fechten, die bereits am Dienstag ausgetragen wurde. Annika Schleu zeigte sich in ihrer „Wackeldisziplin“ sehr gut aufgelegt: Mit 21 Siegen (226 Punkte) konnte sie hochzufrieden sein. Genau wie Janine Kohlmann und Anna Matthes, die sich mit 20 Siegen ebenfalls im Vorderfeld einsortierten. Als einziger Athletin gelangen Kohlmann in der Bonusrunde zusätzlich fünf Siege.

Mit einer Zeit von 2:18,50 Minuten konnte Schleu ihre Schwimmleistung aus dem Halbfinale noch einmal um mehr als eine Sekunde verbessern. Kohlmann zeigte mit 2:17,48 Minuten ebenfalls eine starke Form. Im Reiten gelang es den Deutschen die Nerven zu bewahren: Schleu, Kohlmann und Matthes erlaubten sich nur jeweils einen Fehler, gleichbedeutend mit guten 293 Punkten für die Disziplinwertung.

Im Laser-Run zeigte Schleu ihre ganze Klasse: Von Rang 6 gestartet holte sie schon auf den ersten beiden Runden die vor ihr gestarteten Kontrahentinnen ein. Zwischenzeitlich übernahm sie sogar die Führung, musste diese aber schließlich vor der letzten Runde nach einigen Fahrkarten beim letzten Schießen an die bärenstarke Prokopenko abgeben. Kohlmann hatte vor ihren mit den letzten Schüssen in ihren Serien zu kämpfen, hielt aber die Top-Platzierung durch eine couragierte Schlussrunde.

Die vierte deutsche Starterin Ronja Steinborn blieb in allen Disziplinen etwas unter ihren Möglichkeiten und musste mit Rang 30 vorliebnehmen. Nach der Silbermedaille in der Staffel und der erstmaligen Qualifikation für ein WM-Finale kann aber auch die Berlinerin ein positives Fazit der Titelkämpfe ziehen.

Stimme:

Annika Schleu: „Die Medaille war mein großes Ziel! Ich habe so lange auf diesen Erfolg gewartet und kann kaum beschreiben, was ich gerade fühle. Beim letzten Schießen war ich eigentlich nicht nervös, vielleicht fehlte etwas die Spannung. Aber Silber ist einfach super!“

Chef-Bundestrainerin Kim Raisner: „Eine großartige WM für unser Frauen-Team. Jede aus dem Quintett hat hier eine Medaille geholt, das übertrifft natürlich unser Erwartungen. Annika hat endgültig den Anschluss nach ganz oben geschafft.“

Ergebnisse:

Einzel: 1. Anastasiya Prokopenko (Weißrussland), 2. Annika Schleu (TSV Spandau) 1332 Punkte, 3. Marie Oteiza (Frankreich) 1329 Punkte … 7. Janine Kohlmann (OSC Potsdam) 1310 Punkte18. Anna Matthes (OSC Potsdam) 1272 Punkte30. Ronja Steinborn (TSV Spandau) 1232 Punkte.

Team: 1. Ungarn, 3924 Punkte; 2. Frankreich, 3918 Punkte; 3. Deutschland, 3914 Punkte.