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Alexander Nobis nimmt Abschied vom Leistungssport

Nach mehr als einem Jahrzehnt in der internationalen und nationalen Spitze beendet Alexander Nobis zum Jahresende seine sportliche Karriere. Mit drei WM-Titeln zählt der Athlet der Wasserfreunde Spandau 04 zu den erfolgreichsten deutschen Athleten im Modernen Fünfkampf. Nun freut sich der 30-Jährige auf den Einstieg in das Berufsleben und mehr Zeit für die Familie.

Es sei „eine gut überlegte Entscheidung“ gewesen, sagt Alexander Nobis, auch wenn sie ihm angesichts einer langen und medaillendekorierten Karriere sicher nicht leichtgefallen ist. Zum Ende des Jahres verabschiedet sich der 30-Jährige vom Leistungssport und hängt Badehose, Fechtanzug, Reiterstiefel, Laufschuhe und Laser-Pistole an den Nagel.

Die Erfolgsbilanz von Alexander Nobis ist beeindruckend. Insgesamt drei Mal wurde der Athlet von den Wasserfreunden Spandau 04 Weltmeister – jeweils in der Staffel. 2015 holte er vor heimischem Publikum in Berlin gemeinsam mit Marvin Dogue die Goldmedaille. „Für mich war das wahrscheinlich der schönste und emotionalste Sieg, weil er so überraschend kam und weil Familie und Freunde dabei waren“, erinnert sich Nobis. Es folgten die Titel 2017 in Kairo im Mixed mit Ronja Steinborn (Foto) und 2019 in Budapest im Duo mit Patrick Dogue. Hinzu kamen 2012 (mit Delf Borrmann und Stefan Köllner) und 2017 (mit Christian Zillekens) noch zwei Silbermedaillen.

Es würde Nobis aber nicht gerecht werden, ihn als reinen Staffel-Spezialist zu bezeichnen. Zwei Mal wurde er schließlich Deutscher Meister (2016 und 2018); seine beste Weltcup-Platzierung war ein vierter Rang 2017 in Los Angeles. 2015 wurde das langjährige Mitglied der Bundeswehr-Sportfördergruppe in Mungyeong (Südkorea) Militär-Vizeweltmeister. Gerne denkt er auch noch an die Junioren-WM 2011 in Buenos Aires zurück, denn „die Bronzemedaille im Einzel war so etwas wie eine Initialzündung für meinen sportlichen Weg.“

Im Zuge der Corona-Pandemie und der Verschiebung der Olympischen Spiele reifte bei Nobis der Entschluss, den Übergang in die „Karriere nach der Karriere“ zu wagen. Der gebürtige Strausberger ist zuversichtlich, dass ihm die Vielseitigkeit als Moderner Fünfkämpfer auch für seinen Berufseinstieg nutzen wird. Nobis steht kurz vorm Abschluss seines Maschinenbau-Studiums an der TU Berlin; die Master-Arbeit ist bereits angemeldet. Zur Entscheidung hat natürlich auch die kleine Marie beigetragen, die im Mai an seinem 30. Geburtstag zur Welt kam. Zusammen mit seiner Frau, Olympiasiegerin Lena Schöneborn, genießt er das gemeinsame Familienleben.

„Ich blicke zurück auf eine tolle Zeit und bin meinen Trainern, Förderern und allen, die meine Karriere wohlwollend begleitet haben, unglaublich dankbar“, zieht Nobis zufrieden Bilanz. Bleibt noch die Frage nach einem Abschiedswettkampf: Für die bevorstehenden Deutschen Meisterschaften Ende Oktober in Neuss hat Nobis abgesagt, aber einen Start bei der Kaderqualifikation in Dezember in Berlin schließt er nicht ganz aus. „Sollte der Wettkampf stattfinden können, würden ich und meine Knochen es mir nochmal überlegen“, grinst er – und wirkt dabei tiefenentspannt.

Im Namen der gesamten deutschen Fünfkampf-Familie wünscht der DVMF Alexander Nobis alles Gute und auch über den Sport hinaus viel Erfolg bei allen anstehenden Aufgaben.

Fotos: UIPM\Nuno Goncalves & Filip Komorous